Nichts einfacher als das: Besuch auf dem AKW-Dach
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http://www.greenpeace.de/themen/atomkraft/nachrichten/artikel/nichts_einfacher_als_das_besuch_auf_dem_akw_dach/
Greenpeace Magazin, 5.12.11
Nichts einfacher als das: Besuch auf dem AKW-Dach
Sigrid Totz
Nogent-sur-Seine, rund 95 Kilometer südöstlich von Paris. Benachbart zur
kleinen Gemeinde: das AKW Nogent. Greenpeace-Aktivisten haben in der
Morgendämmerung einen der zwei Reaktoren erklettert und auf dem Dach ein
Banner entrollt: "Sichere Atomkraft gibt es nicht."
Die Aktivisten wurden verhaftet, der Energiekonzern Electricité de France
(EDF) gab bekannt, von Anfang an im Bilde gewesen zu sein. Ist die
Sicherheit also gewährleistet? Keineswegs. Laut Greenpeace Frankreich
sind weitere Aktivisten in anderen AKW-Anlagen unterwegs - offensichtlich
unerkannt und ohne Wissen von EDF.
"Wir wollen zeigen, wie schwach französische Kernkraftwerke gesichert
sind", sagte Sophia Majnoni Intignano von Greenpeace Frankreich. "Wir
konnten mit geringem Aufwand innerhalb von 15 Minuten alle
Sicherheitsanlagen überwinden."
Als die EU-Regierungen angesichts der Katastrophe von Fukushima nervös
wurden, verordneten sie allen AKW einen sogenannten Stresstest. In
Frankreich wurde die Durchführung den Betreibern der Anlagen überlassen.
Untersucht wurde die Anfälligkeit gegen Naturkatastrophen wie Erdbeben
oder Überschwemmungen.
Nicht untersucht wurde die Verwundbarkeit gegenüber Flugzeugabstürzen
oder Terroranschlägen. Was friedlichen Greenpeace-Aktivisten gelingt,
schaffen Terroristen mit hoher Wahrscheinlichkeit auch. Würde dies in
Betracht gezogen, dürfte laut Greenpeace Frankreich keine einzige
Atomanlage des Landes als sicher deklariert werden.
Zum Artikel von Greenpeace Frankreich
http://energie-climat.greenpeace.fr/nucleaire-des-militants-
sintroduisent-dans-un-reacteur-a-la-centrale-de-nogent-sur-seine