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Auswahl: [Gewerkschaften]
Sabine Ellersick <S.ELLERSICK ät NADESHDA.org>22. Aug 2010 22:29

Die muessen das aushalten


Die müssen das aushalten

21.08.10

von FAU Berlin

Liebe Unterstützerinnen und Unterstützer,

viele von euch dürften es bereits wissen: ja, wir dürfen uns wieder als
das bezeichnen, was wir sind: eine *Gewerkschaft*. Nicht irgendeine,
sondern eine kämpferische, von unten nach oben, kurz: eine
Basisgewerkschaft!

Das ist ein großartiger Erfolg, der nicht von ungefähr kommt. Und deshalb
wollen wir uns für eure Unterstützung nochmals ausdrücklich danken! Ihr
habt uns damit den Rücken gestärkt, das De-facto-Gewerkschaftsverbot
öffentlich gemacht und damit letztendlich dazu beigetragen, dass das
Verbot gekippt wurde.

Das Gericht berief sich in seiner Entscheidung primär auf die
Meinungsfreiheit (genaueres unter www.fau.org/verbot/art_100612-214722).

In einem anderen Prozess ein paar Wochen zuvor wurde überraschend ähnlich
argumentiert: Die Geschäftsführung des Babylons wollte der FAU Berlin
gerichtlich die Aussage verbieten, dass Kranken- und Urlaubsgeld für
einige der Beschäftigten einst Fremdwörter waren (genaueres siehe http://
prekba.blogsport.de/2010/05/07/fremdwoerter) - auch hier berief sich das
Gericht auf die Meinungsfreiheit.

Nichtsdestotrotz bleiben uns im Kino Babylon Mitte selbst - aufgrund
eines anderen, dritten Urteils - klassische Arbeitskampfmaßnahmen wie
Boykott, Streiks oder Besetzungen weiterhin untersagt, aufgrund des
Konstruktes der sogenannten "Tariffähigkeit".

Bevor die FAU Berlin nun als eine "tariffähige" Gewerkschaft anerkannt
wird, wird sie sich wohl noch einige Male vor Gericht wiederfinden.
Genauso wie die 6 Menschen, welche letztes Jahr an einem Flashmob im
Babylon teilnahmen und welche nun jeweils 30 Tage im Knast verbringen
oder 900 ? zahlen sollen. Die Betroffenen haben dagegen Widerspruch
eingelegt und die endgültigen Urteile stehen noch aus.

Ihr seht: All diese Prozesse sind recht komplex, für uns zeit- und
arbeitsintensiv und vor allem teuer. Die Babylonbosse können sich neben
den Kino-Einnahmen auf die 330.000 Euro Subventionen durch den Berliner
Senat stützen. Die FAU Berlin hat nicht diese Möglichkeiten. Alles in
allem belaufen sich unsere Anwalts- und Gerichtskosten auf etwa 15.000 ?.
Mit den Spenden, die wir bislang erhalten haben, konnten wir bereits
einiges davon decken, aber bei weitem nicht alles.
Wir bitten euch deshalb um Spenden, auch kleine Beträge helfen uns:

Konto-Inh:
FAU Berlin Konto-Nr: 3703001711 BLZ: 16050000 (Mittelbr. Sparkasse)
Verwendungszweck: Spende Gewerkschaftsfreiheit

For international donations:
IBAN: DE45 1605 0000 3703 0017 11 BIC-/SWIFT-Code: WELA DE D1 PMB

Solidarität ist keine Einbahnstraße! Wir hoffen zwar nicht, dass es
jemals so weit kommen wird, aber sollte euch irgendwann auch übel
mitgespielt werden, hoffen wir euch ebenfalls unterstützen zu können!

Solidarische Grüße, die Ex-Verbots-AG der Freien Arbeiterinnen- und
Arbeiter Union Berlin

Berlin, den 21. August 2010


Quelle: scharf-links, 21.8.10
http://www.scharf-links.de/109.0.html?&tx_ttnews[tt_news]=11785&tx_ttnews[backPid]=56&cHash=1d13a2f5a8

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