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Auswahl: [Fairer Handel]
Sabine Ellersick <S.ELLERSICK ät NADESHDA.org>16. Feb 2012 20:26

65 Prozent der Fairtrade-Produkte sind Bio


TransFair e.V., Pressemitteilung

BioFach Messe: Indien im Blickpunkt von TransFair

65 Prozent der Fairtrade-Produkte sind Bio

Köln, 16. Februar: Fairtrade und Bio passen gut zusammen! Das zeigt der hohe Bio-Anteil im Fairtrade-Sortiment: Nach ersten Hochrechnungen trugen 2011 rund 65 Prozent der Fairtrade-Produkte auch ein Bio-Siegel, eine Steigerung von zwölf Prozent gegenüber dem Vorjahr. "Armut ist der größte Feind der Umwelt", so TransFair-Geschäftsführer Dieter Overath auf der Leitmesse für Bioprodukte 'BioFach' in Nürnberg. "Eine nachhaltige Entwicklung ist nur innerhalb eines funktionierenden Ökosystems möglich. Deshalb gibt es bei Fairtrade neben sozialen und ökonomischen Richtlinien auch strenge Umweltkriterien." Klimawandel und seine Auswirkungen auf Kleinbauern und Arbeiter sind große Herausforderungen für den Fairen Handel. Durch "Insetting" haben Fairtrade-zertifizierte Händler die Möglichkeit, CO2-Emissionen innerhalb der Fairtrade-Wertschöpfungskette zu kompensieren und dadurch zu höherer Nachhaltigkeit im System beizutragen. Darüber hinaus eröffnen sich durch Insetting neue Verdienstmöglichkeiten für Produzenten. Passend zum Schwerpunktland der BioFach besuchte TransFair im Februar Fairtrade-Teegärten in Indien.

Breites Sortiment Fairtrade und Bio
Ziel von Fairtrade ist es, die Produzenten dort abzuholen, wo sie in ihrer Entwicklung gerade stehen. Der Faire Handel fördert die Umstellung auf biologischen Anbau durch höhere Mindestpreise und eine höhere Prämie für Bio-Produkte. Einmal im Fairtrade-System aufgenommen, machen sich viele Produzentenorganisationen auf den Weg zum Bio-Zertifikat. Je nach Produktgruppe sind die Bio-Anteile unterschiedlich hoch. 76 Prozent des fair gehandelten Kaffees tragen beispielsweise ein Bio-Siegel, bei Fairtrade-Bananen sind es 100 Prozent. Auch bei Tee ist mit 79 Prozent ein Großteil biologisch angebaut.

Auf den Spuren des Fairtrade-Tees in Indien
Indien, das Schwerpunktland der BioFach Messe, ist ein wichtiger Partner für den Fairen Handel. Ein Großteil des Fairtrade-Tees stammt aus indischen Tee-Anbaugebieten, wie beispielsweise Assam oder den Nilgiri Hills in Südindien. Als Produzentenberater für Fairtrade International ist Raju Ganapathy erster Ansprechpartner für indische Produzentenorganisationen. Er begleitet sie auf dem Weg zur Fairtrade-Zertifizierung, unterstützt und berät bei Problemen. "Für die Produzenten sind die Absätze über den Fairen Handel enorm wichtig", sagte Raju Ganapathy auf der BioFach Messe. "Nur so erhalten sie die Fairtrade-Prämien, um Projekte zu realisieren und dadurch ihren Lebensstandard zu verbessern." Einen Einblick in den Arbeitsalltag in den Teegärten erhielt auch Dieter Overath bei einer Reise zu Tee-Produzenten nach Südindien Anfang Februar.

"Insetting" öffnet neue Verdienstmöglichkeit für Produzenten
Seit 2011 bietet die Zertifizierungsgesellschaft FLO-Cert GmbH Serviceleistungen an, um die Wertschöpfungskette im Fairtrade-System noch nachhaltiger zu gestalten. "International wächst die Bedeutung von Kennzeichnungen zur Nachhaltigkeit und Klimabilanz von Produkten", erklärte FLO-Cert Geschäftsführer Rüdiger Meyer. "Durch Insetting bieten wir Unternehmen die Möglichkeit, eine eventuell negative CO2-Bilanz innerhalb der Fairtrade-Lieferkette zu kompensieren. Statt unspezifisch Ausgleichszahlungen zu leisten, profitieren so unmittelbar die Fairtrade-Produzentenorganisationen. Die Mehreinnahmen können beispielsweise in Umweltprojekte reinvestiert werden, was die Wertschöpfungskette zusätzlich positiv beeinflusst."

Besuchen Sie uns auf der BioFach in Nürnberg vom 15.-18.02. in Halle 5 / 5-130!


Hintergrund:
Der Verein TransFair e.V. wurde 1992 mit dem Ziel gegründet, benachteiligte Produzentengruppen in Entwicklungsländern durch die Vergabe des Fairtrade-Siegels für fair gehandelte Produkte zu unterstützen. Als unabhängige Organisation handelt TransFair e. V. nicht selbst mit Waren, sondern vergibt das Fairtrade-Siegel für fair gehandelte Produkte und fördert das Bewusstsein für einen nachhaltigen Konsum. Produkte mit dem Fairtrade-Siegel gibt es bundesweit in 36.000 Geschäften. Über 18.000 gastronomische Betriebe schenken Fairtrade-Kaffee und -Kakao aus. 200 Firmen stellen rund 2000 Produkte unter Fairtrade-Bedingungen her. www.fairtrade-deutschland.de

Internationales Netzwerk und Kontrollen:
TransFair gehört zum internationalen Verbund Fairtrade International (FLO), in dem Initiativen aus 21 Ländern und die drei kontinentalen Produzentennetzwerke zusammengeschlossen sind. Unter Beteiligung aller Stakeholder setzt FLO die international gültigen Fairtrade-Standards fest. Zusätzlich unterstützt und berät der FLO e.V. die Produzentengruppen durch lokale Berater.
Alle beteiligten Akteure werden regelmäßig von FLO-CERT GmbH kontrolliert. Die Gesellschaft mit Sitz in Bonn arbeitet mit einem unabhängigen, transparenten und weltweit konsistenten Zertifizierungssystem nach den Anforderungen der Akkreditierungsnorm ISO 65 (DIN EN 45011). Unabhängige Inspektoren kontrollieren weltweit über 1.000 Händler und fast ebenso viele Produzentengruppen. Mit den Überprüfungen wird gewährleistet, dass die Fairtrade-Standards eingehalten werden, die Mehreinnahmen den Produzentenorganisationen in den Entwicklungsländern zufließen und dort selbstbestimmt und nachhaltig eingesetzt werden. Mehr Informationen unter www.fairtrade-deutschland.de

Insetting:
Ein Beispiel für Insetting gibt die Fairtrade-zertifizierte Kleinbauernorganisation ACOPAGRO in Peru. Sie liefert Kakao und Kokosnussbestandteile, etwa für die Herstellung von Schokolade oder Eisspezialitäten. ACOPAGRO verkauft nun auch Emissionsrechte an interessierte Lebensmittelunternehmen, deren Produkte das Fairtrade-Siegel tragen. Diese Emissionsrechte beruhen auf einem Projekt zur Aufforstung und Vermeidung von Abholzung, das zusammen mit der französischen Naturschutzorganisation Pur Project entwickelt wurde. Es erfüllt die Kriterien des Verified Carbon Standard, VCS, einem internationalem Standard für den freiwilligen Emissionshandel. Das Projekt bringt den Farmern nicht nur zusätzliches Einkommen. Die Aufforstung hilft ihnen auch dabei, langfristig Fruchtbarkeit und Wasserspeicherung in ihren Böden und damit ihre Erträge zu verbessern. Die Kleinbauern können zudem künftig durch den Holzverkauf aus nachhaltiger Waldbewirtschaftung Geld verdienen.

Digitale Pressemappe:
Weitere Informationen finden Sie unter:
http://www.fairtrade-deutschland.de/top/presse/pressemappen/


TransFair
Verein zur Förderung des Fairen
Handels mit der "Dritten Welt" e.V.

Ansprechpartner:
Dieter Overath
Claudia Brück

Remigiusstraße 21 · 50937 Köln
Tel.: 0221 - 94 20 40 -31
Fax: 0221 - 94 20 40 -40
E-Mail: presse ät fairtrade-deutschland.de
http://www.fairtrade-deutschland.de
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