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Auswahl: [BUND e.V.]
Sabine Ellersick <S.ELLERSICK ät NADESHDA.org>10. Feb 2012 22:46

Atomlobbyist Sarkozy will Fessenheimer Gefahrzeitverlaengerung


*BUND Regionalverband, Wilhelmstr. 24a, 79098 Freiburg*

*Bund für Umwelt und Naturschutz*

*0761/30383, bund.freiburg ät bund.net , www.bund-freiburg.de


*
An die Medien
*

*
Atomlobbyist Sarkozy will Fessenheimer Gefahrzeitverlängerung*

*Frau Merkel sollte sich überlegen wen sie küsst...*

Frau Bundeskanzlerin Merkel, die "chère amie" des französischen
Staatspräsidenten, hat die Zeichen der Zeit nach der Reaktorkatastrophe
in Fukushima erkannt und, wenn auch zögerlich, dem öffentlichen Druck
nachgegeben und die Energiewende in Deutschland eingeleitet.

Herr Sarkozy hat bei seinem heutigen Besuch im elsässischen Fessenheim
wieder einmal gezeigt, dass er französischer Staatspräsident _und_
Atomlobbyist ist.

Er setzt den Auftrag der EDF um und will die Gefahrzeitverlängerung für
das älteste französische AKW, das nicht erdbebensicher ist und bei einem
Bruch des Rheinseitenkanals überflutet werden könnte. Das Fundament der
Anlage weist eine Dicke von nur 1,5 Metern auf. Dies ist somit die
dünnste Fundamentierung aller französischen Atomkraftwerke. Die
"Nachrüstung" würde die französische EDF über 100 Millionen Euro kosten,
Kosten an denen auch die deutsche EnBW mit 17,5% beteiligt wäre.

Doch unsichere Atomanlagen sind für Herrn Sarkozy kein Problem. Vor
wenigen Jahren wollte er dem damaligen /libyschen Staatspräsidenten
Ghaddafi ja sogar noch Atomkraftwerke liefern und hat damals sogar eine
Gefährdung durch Atomkraftwaffen in Kauf genommen./

/Üblicherweise werden Besuchstermine eines Staatspräsidenten Monate
zuvor bekannt gegeben, doch "erstaunlicherweise" nicht so bei diesem
Besuch. Im kleinen Ort Fessenheim bekam Herr Sarkozy selbstverständlich
den erhofften Pro-Atom-Jubel, denn da werden auch Ängste geschürt.
Ängste um //Arbeitsplätze, das Schwimmbad, die Gewerbesteuer und um die
1% vom EDF-Umsatz (!) für das Sozialwerk der Gewerkschaft... Doch der
Abriss des alten AKW würde ebenso für Jahrzehnte Arbeit schaffen und die
Energiewende beschert Deutschland gerade ein Jobwunder. /

/Da //Herr Sarkozy nur die Belegschaft des AKW und die EinwohnerInnen
von Fessenheim besucht, wird er einen gezielt falschen Eindruck mit nach
Paris nehmen. Im Elsass und der trinationalen Region um Fessenheim, dort
wo die Menschen nicht von der EDF profitieren sondern nur das enorme
atomare Risiko tragen und grenzüberschreitend solidarisch das AKW
ablehnen, hätte Herr Sarkozy einen anderen Eindruck mitgenommen.// /

/Frau Merkel sollte Herrn Sarkozy beim nächsten Besuch mal erzählen, wer
in diesem kalten Winter gerade Strom importiert (F) und wer Strom
exportiert (D). Sie könnte von den vielen Arbeitsplätzen berichten, die
in Deutschland gerade im Bereich der alternativen Energien geschaffen
werden.// Ansonsten wird sie in Zukunft vielleicht den jetzigen
französischen Präsidentschaftskandidat Hollande herzen müssen, der
Fessenheim nach der Wahl abschalten möchte./

/Axel Mayer, BUND Geschäftsführer
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