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Auswahl: [Amnesty International]
Sabine Ellersick <S.ELLERSICK ät NADESHDA.org>2. Feb 2012 21:18

Gute Nachrichten: Maikel Nabil ist frei


"Ich muss euch allen danken - für jeden einzelnen Schritt, den ihr für meine
Freiheit gegangen seid." - Maikel Nabil Sanad



Maikel Nabil Sanad ist frei. Endlich.
Nach Monaten des Bangens um seine Gesundheit und um sein Leben - er war
von August bis zum Jahresende 2011 im Hungerstreik - erreichte uns die
gute Nachricht: Am 24. Januar, dem Abend vor dem Jahrestag des Ausbruchs
der Rebellion gegen das Regime von Hosni Mubarak in Ägypten, wurde der
26-jährige Aktivist und Blogger aus der Haft entlassen.

Wie er selbst sagt: Auch dank des Einsatzes von UnterstützerInnen aus
aller Welt! Allein 2.500 Menschen aus Deutschland haben mit unserer
Online-Aktion die ägyptischen Behörden aufgefordert, Maikel Nabil
freizulassen. Ohne die zahlreichen Appelle säße Maikel Nabil womöglich
noch immer in Haft.

Obwohl Maikels Freilassung natürlich ein Grund zur Freude ist, bleibt aus
zwei Gründen allerdings ein bitterer Beigeschmack: Zum einen hätte Maikel
Nabil gar nicht erst eingesperrt werden dürfen, denn er hatte lediglich
sein Recht auf freie Meinungsäußerung wahrgenommen, als er das gewaltsame
Vorgehen des Militärs gegen Protestierende auf dem Tahrir-Platz
kritisierte. Dafür wurde er von einem Militärgericht zunächst zu drei,
später dann in einem Berufungsverfahren zu zwei Jahren Haft verurteilt.

Zum anderen wurde er nicht bedingungslos freigelassen, sondern vom
Obersten Militärrat (SCAF) begnadigt, was bedeutet, dass die ägyptischen
Behörden keineswegs von seiner Unschuld überzeugt sind. Es scheint, als
habe der Militärrat ihn nur freigelassen, um Kritik anlässlich des
Jahrestages der "Revolution des 25. Januar" zu vermeiden. Und vielleicht
wollte man auch von den rund 12.000 Zivilpersonen ablenken, die allein
zwischen Januar und August 2011 vor Ägyptens Militärgerichte gestellt
wurden und deren unfaire Verfahren teilweise nur wenige Minuten dauerten.
Nun gilt es, Maikel Nabil Sanads vollständige Rehabilitierung zu
erreichen. Das bedeutet, dass sein Vorstrafenregister gelöscht und er für
die Zeit im Gefängnis entschädigt werden muss. Zudem fordert Amnesty
International die ägyptischen Behörden dazu auf, alle Zivilisten, die von
Militärgerichten verurteilt wurden, entweder in einem fairen Prozess vor
ein Zivilgericht zu stellen oder unverzüglich freizulassen.


Nicht nur in Ägypten bleiben weiterhin viele Fragen offen - die Region
Mittlerer Osten und Nordafrika kommt nicht zur Ruhe. In Syrien sind bei
der Niederschlagung der Proteste bereits Tausende Menschen getötet worden
- der UN-Sicherheitsrat muss die Gewalt des Assad-Regimes gegen
friedliche Proteste jetzt endlich verurteilen und das Blutvergießen in
Syrien stoppen!

In diesen Tagen findet in New York eine Sondersitzung des UN-
Sicherheitsrates statt. Auf Initiative der Arabischen Liga dikutieren die
Mitglieder eine neue Resolution zu Syrien, die von Deutschland,
Großbritannien, Frankreich und anderen Mitgliedern des Gremiums
unterstützt wird. Doch wie bereits bei früheren Initiativen droht
Russland die Resolution mit einem Veto zu Fall zu bringen.

Schreiben Sie jetzt eine E-Mail an den russischen Außenminister und an
den russischen Vertreter bei den Vereinten Nationen und fordern Sie ein
Einlenken in der Entscheidung über die Resolution! Jetzt mitmachen auf
der Webseite von Amnesty USA:
http://takeaction.amnestyusa.org/siteapps/advocacy/ActionItem.aspx?c=6oJCLQPAJiJUG&b=6645049&aid=517150


Vielen Dank für Ihren Einsatz!

Mit freundlichen Grüßen
Ihr Kampagnen-Team bei Amnesty International in Deutschland


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